Material – nicht nur als Text

Vorteile des Aufgabenmoduls von IServ sind bereits hier beschrieben. Damit lassen sich prima Aufgaben verteilen. Die Schüler gewöhnen sich sehr schnell daran. Es gibt nur vereinzelte Rückfragen zu der Frage „Ist die Datei tatsächlich hochgeladen?“. Wiederholung schafft vertrauen.

Für die Schüler und Eltern ist die Bereitstellung der Aufgaben entweder über eine Mail oder besser nur über das Aufgabenmodul von Vorteil, weil es einheitlich ist und nur in IServ verortet ist.

Wenn ich an den Aufgabeninhalt denke, stehe ich vor einem Dilemma. Kurz, ausführlich, Eventualitäten, Nationalitäten, Nachteilsausgleich, Datenvolumenbegrenzung. Wir werden keine zufriedenstellende Lösung für dieses Dilemma finden, bis die Schüler zu Hause ein eigenes Gerät (>9Zoll am besten mit Stifteingabe) haben. Wenn ich heute lesen, dass das Oktoberfest abgesagt ist, sollte vielen klar werden, dass wir diese Form des Unterrichts auch nach den Sommerferien weiterführen müssen. Mit wir meine ich Lehrer, Schüler, Eltern. Wir müssen uns um ein Gerät pro Schüler kümmern. Je eher desto besser.

Nicht neu ist die Erkenntnis, dass Lesen nicht der einzige Zugang zu Informationen ist. Verschiedenen Schülergruppen fällt das Lesen schwer. Aufgabenformate müssen anders gestaltet sein. Wenn wir bereits eine flächendeckende Geräteausstattung eingeführt hätten, wäre OneNote mit seiner Vorlesefunktion ein Thema gewesen. Im Google Chrome Browser (für den PC) funktioniert das Plug-In „Talkie“ wie ich finde zufriedenstellend. Da das Plug-In kostenlos ist, müssen wir davon ausgehen, dass entsprechend „mit Daten bezahlt“ wird. Auf iOS funktioniert „Text vorlesen“ ziemlich gut. Es wird bestimmt noch andere Apps/Plug-Ins geben.

Mir müssen uns bei der gerade begonnenen Zettelschlacht Gedanke über die schwächeren Leser machen. Eine Tonaufnahme parallel zum Arbeitsblatt ist mit „Bordmitteln“ aller Smartphones schnell gemacht und bei IServ hochgeladen. Meine Schüler fanden die mündliche Rückmeldung zu ihren Arbeitsaufträgen sehr gut. Gleichzeitig führt es zu einer Bindung mit den Schülern in Zeiten vom Fernlernen

Im Gegensatz dazu ist das Video datenintensiver vor allem wenn es unkomprimiert bei IServ als Dateianhang hinzugefügt wird. Hier habe ich anstatt eines Videos eine Internetseite mit Spark Page erstellt und dort einige kurze Videos eingebettet. Ähnlich wie bei YouTube werden die Videos gehostet und datensparsam gestreamt. Die Videos bestehen hier sogar nur aus Fotos die mit einer Tonspur versehen werden. Die Musik lässt sich deaktivieren, das Outro am Ende leider nicht.

Das folgende Beispiel (bitte auf das Bild klicken) zeigt die Besprechung einer Mathematikarbeit. Die Schüler haben die Arbeit geschrieben, erhalten jetzt diese Seite mit eingebetteten Videos zu jeder Aufgabe und sollen die Arbeit „nochmal“ schreiben.

Beim Titelbild könnte ich schreiben „Bitte achte darauf, dass du die Formel für den Flächeninhalt eines Trapezes nimmst. Zudem unterscheide die Höhe des Trapezes von der Höhe des Körpers.“ Ja, das haben wir im Vorfeld geübt. Hier erhalten die Schüler diesen Tipp nochmal über einen anderen Lernkanal.

Volumen und Oberfläche

Link: https://spark.adobe.com/page/jtSVpEhij7K9h/

Spark ist kostenlos, ich kann Lehrern bei Interesse einen Schulzugang freischalten. Eine „private“ Anmeldung ist auch sonst kostenlos möglich.

Das Produkt hat mich von der ersten Sekunde gefesselt. Videos besprechen, einbetten, Pixabay Bilder mit einer cc-by-sa- ähnlichen Lizenz sind kostenfrei nutzbar. Der Aufbau ist intuitiv und schnell zu erlernen. Es lohnt sich.

Einige wenige YouTube-Erklärvideos habe ich selber erstellt. Die Aufgabe ist nicht ganz trivial. Auch wenn mir die Sparks leichter fallen, gibt es bei YouTube-Videos einen großen Vorteil: die Akzeptanz. Jeder kennt und nutzt YouTube. Es ist hinsichtlich Lernen auch bei Eltern positiv besetzt, auch wenn es vor 2 Monaten noch kritische Eltern bezüglich des Einsatzes dieser Lernvideos im „herkömmlichen“ Unterricht gab.

Über unsere Homepage habe ich eine Lernumgebung zum Thema rationale Zahlen/Terme/Klammern/Multiplikation von Summen/Binomische Formeln freigeschaltet. Hier habe ich keine eigenen Videos eingebettet, sondern aus meiner Sicht gute Erklärungen von z.B. LehrerSchmidt. Mein Schwerpunkt lag hier auch dabei, die h5p-Module auszuprobieren, auch wenn ich nicht alle genutzt habe. Zusammen mit der Einbettung von learningapps möchte ich eine Vielfalt zeigen. Zudem gibt es Rückmeldeaufträge.

Wenn ich an die Art und Weise der Aufgabenstellung von 180grad-flip denke, werde ich zudem noch QR-Codes/kurze Links einfügen, um den Schülern auch die direkte Rückmeldung (auch als PDF von den Eltern ausdruckbar) zu ermöglichen.

Fazit:

Nutze audivisuelle Lernkanäle. ja, es geht auf Kosten der Datensparsamkeit. Wir werden meiner Meinung nicht um diese Form des Unterrichtens herum kommen. Nur PDFs und Papier sind nicht genug. Hab Mut und probiere dich aus. Viele Schüler werden dir positive Rückmeldung geben.

Als nächstes steht dann wohl ein Insta-Kanal an 😉 Ich nicht aber die Kollegin mit der Abkürzung hat es zumindest ausprobiert.

Veröffentlicht von Armin Schudey

CEO von Pubertierenden, Lehrer, Mathematik, Physik, ICTM

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